Mülheim, Sichtigvor, Waldhausen

WAZ vom 24.05.2014

Weißen Flecken bald Geschichte

Nachdem die Stadt Warstein im vergangenen Jahr die ­Bedarfsermittlung für eine Breitbandversorgung im Möhnetal gestartet hatte, besteht nun die realistische Chance, den Ausbau des schnellen Netzes mit Fördermitteln des Landes zu realisieren.

„Wir haben auf unsere Ausschreibung zwei Angebote von Firmen bekommen, die den Ausbau mithilfe der Fördermittel und eines städtischen Eigenanteils umsetzen würden“, diese frohe Botschaft hatten Bathe und seine Mitarbeiterin Stephanie Stoof am Donnerstag mit nach Mülheim gebracht, wo gut 100 Bürgerinnen und Bürger aus den betroffenen Ortsteilen zusammen gekommen waren. 1827 Haushalte liegen in dem Gebiet, in dem größtenteils nicht mehr als 2 Mbit pro Sekunde an Übertragungsraten erreicht werden. 16­ Mbit – diesen Wunsch hatte die Mehrheit der Bürger in der Befragung der Stadt im vergangenen Herbst geäußert. Den möchte nun Kai-Timo Wilke mit seinem Unternehmen sewikom realisieren. Der Geschäftsführer der Firma aus dem Kreis Höxter stellte auf der Versammlung sein Angebot vor – das laut Bathe „nicht das günstigste der beiden, aber das wirtschaftlichste“ sei.

Die drängendste Frage der Bürger beantwortete Wilke gleich zu Beginn: „Wir gehen auf der Leitung der Telekom bei Ihnen ins Haus, das heißt: Die vorhandene Infra­struktur bleibt und wir satteln uns gewissermaßen oben drauf oder docken an.“ Mittels Funkmasten, von denen acht in Mülheim und Sichtigvor und zwei in Waldhausen aufgestellt werden, soll das Signal ins Möhnetal übermittelt werden. Ist das stabil? – Der Sorge der Anwohner, die bereits leidvolle Erfahrungen mit instabilen Netzen gemacht haben, setzte Wilke eine Garantie entgegen: „Wenn wir sagen: Sie bekommen 16Mbit, dann kommen auch 16Mbit bei Ihnen an.“ In den Ortsteilen sei dies für jeden Haushalt realisierbar. Den Wunsch nach einer noch leistungsfähigeren Glasfaser-Verbindung müsse man nun abhaken, stellte Mülheims Ortsvorsteher Rainer Stamen an diesem Abend noch einmal klar: „Das wird sich im ländlichen Raum nicht lohnen; darauf brauchen wir nicht zu warten.“

Und auf eine stabile und schnelle Internetverbindung warten, das möchte offenbar keiner der Bürger im Möhnetal mehr: Das Votum an dem Abend fiel eindeutig zugunsten des vorgestellten Angebots von Kai-Timo Wilke aus. Damit wird die Stadt Warstein nun bis zum 1. Juli einen Förderantrag an die Bezirksregierung stellen. „Es werden 90 Prozent der Kosten für den Ausbau vom Land gefördert“, erklärte ­Alfred Bathe noch einmal das Verfahren, „ bei uns verbleibt ein Eigenanteil von zehn Prozent.“ Für diese Summe (23 000 Euro), die die Stadt tragen muss, hatte der Stadtentwicklungsausschuss in seiner letzten Sitzung bereits grünes Licht gegeben. Im Juli/August könnte die Bewilligung da sein, dann würde die Firma sewikom im September den Auftrag bekommen. „Wir könnten je nach dem Verlauf des Winters im Mai mit dem Ausbau fertig sein“, stellte Kai-Timo Wilke in Aussicht. Dann wären die weißen Flecken in einem Jahr vielleicht Geschichte.

Quelle: Anna Gemünd, http://www.derwesten.de/staedte/warstein/sind-die-weissen-flecken-bald-geschichte-id9382518.html#plx1467239826

 
 
 
 
 
 
 
 
 
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