Unternehmer machen Druck

Hemer, 25.3.2015

Sauerland Initiativ und Wirtschaftsinitiative Nordkreis (WIN) formulieren Fünf-Punkte-Papier mit Forderungen an die Landesregierung.


Teilnehmer der Podiumsdiskussion bei der Verfuß GmbH (von links): Hans Möhling (Möhling GmbH & Co. KG), Stefan Glusa (Telekommunikationsgesellschaft Südwestfalen mbH), Dr. jur. Klaus Weimer (Stadtwerke Iserlohn GmbH), Jörg Bartmann (Sauerland Initiativ) und Georg Verfuß (Verfuß GmbH).

Mit einem gemeinsam verabschiedeten Fünf-Punkte-Papier drücken Sauerland Initiativ und Wirtschaftsinitiative Nordkreis (WIN) aufs Tempo. Sie fordern von der Politik Taten statt Worte beim Ausbau der Internet-Infrastruktur in der Region. Noch immer gebe es zu viele weiße Flecken – Bereiche, in denen der Datenverkehr übers Internet nur im Schneckentempo möglich ist. Für die Unternehmen in der Region ist die stabile Anbindung an ein leistungsfähiges Datennetz schon heute ein entscheidender Standortfaktor und damit auch ein wesentliches Kriterium für zukunftssichere und attraktive Arbeitsplätze. Und der auf intensiver Vernetzung basierende Megatrend Industrie 4.0 verleiht diesem Thema noch einmal zusätzliche Dringlichkeit.

Im Rahmen eines von Jörg Bartmann moderierten Podiumsgespräches bei der Verfuß GmbH in Hemer diskutierten am Montag (23. März 2015) Unternehmer und Infrastruktur-Experten über Chancen und Perspektiven, die Lücken im Netz möglichst schnell zu schließen und die technischen Voraussetzungen für eine flächendeckende Versorgung mit Mindest-Übertragungsraten von 50 Mbit/s zu schaffen.

Beim Ausbau der Breitband-Netze in den ländlichen Strukturen von Sauerland und Südwestfalen plädiert die TKG-SWF aus Zeitgründen für einen abgestimmten Technologie-Mix aus Funk- und Festnetzlösungen (Multi-Access-Strategie), die sich gegenseitig ergänzen. Dort, wo es möglich sei, sollten aber auch jetzt schon Glasfaserkabel verlegt werden, um zukunftssicher zu investieren. Wesentliches Kriterium für den Ausbau der Netzkapazitäten werden aber die dafür zur Verfügung stehenden Finanzen sein.

Neidvoll blicken die Unternehmer aus dem Sauerland in diesem Zusammenhang nach Bayern. Dort hat die Landesregierung der Wirtschaft zugesichert, in den nächsten fünf Jahren rund 1,5 Milliarden Euro aus dem eigenen Etat in den Ausbau der Breitbandnetze zu investieren. Hans Möhling, Unternehmer aus Altena, könnte heute schon doppelt so viel Netzleistung gebrauchen, wie er zurzeit bekommen kann: »Aktuell hat eine neue Software für unser Unternehmen den Bandbreitenbedarf schlagartig steigen lassen.« Dabei steht Altena mit einer 50-Mbit/s-Versorgungsquote von rund 48 Prozent im Vergleich mit Kirchhundem und Erndtebrück (drei Prozent), Balve und Möhnesee (zwei Prozent) oder gar Kierspe, Meinerzhagen und Schalksmühle (ein Prozent) noch ganz gut da. Höchste Zeit also nach übereinstimmender Ansicht von »Sauerland Initiativ« und »Wirtschaftsinitiative Nordkreis (WIN)«, in Sachen Breitbandausbau mehr als nur eine Schüppe draufzulegen.

Die beiden Unternehmervereinigungen fordern in einem Fünf-Punkte-Papier an die Landesregierung:

1. Flächendeckende Internet-Versorgung mit 50 Mbit/s in Gesamt-Südwestfalen bis spätestens 2018.

2. Parallel dazu flächendeckende Versorgung mit leistungsfähigen Funknetzen für das mobile Internet.

3. Ausarbeitung eines Masterplans mit konkreten Aussagen zur zeitlichen Umsetzung und zur Finanzierung.

4. Aufstellung einer Prioritätenliste für eine kurzfristige Verbesserung der Versorgung in Gebieten mit einer 50-Mbit/s-Netzabdeckung unter 20 Prozent.

5. Priorisierung des Ausbaus der Glasfaser-Netze in Südwestfalen für gute Zukunftsperspektiven der mittelständischen Wirtschaft im Hinblick auf den Megatrend Industrie 4.0

 
 
 
 
 
 
 
 
 
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